Das sind für mich zwei deutlich sichtbare Zeichen für eine Unsicherheit und einen Unmut, der m.E. schon länger in der Blogosphäre schwelt. Nach dem zwischenzeitlichen Hype um die Blogs, der auch von gemeinsamen Aktionen wie die gegen Zensursula geprägt wurde, scheint nun Ruhe einzukehren. Blogs schlafen ein oder verwschwinden ganz.
Aber was passiert da gerade ganz genau? Ist das eine Art Konsolidierung der Blogger-Community? Ein notwendiger Schrumpfungsprozess, als eine Art Destillation? Oder spiegelt das eine Art von Frustration über die eingeredeten Nichtigkeit der Blogs wieder?
Die Blogger-Community
Zuerst einmal möchte ich hier klipp und klar festhalten, dass es meiner Erfahrung nach gar nicht die "Blogger-Community" gibt. Die Blogosphäre wird durch viele einzelne, mehr oder weniger große Freundes- und Bekanntschaftskreise geprägt, was zusammen dann in Form eines wilden Konglomerats landläufig als Blogger-Szene bezeichnet wird.
Neben den in den Blogkreisen eingebundenen Zirkel-Bloggern gibt es aber auch noch zahlreiche "Einzel-Blogger", die mehr oder weniger für sich bloggen, oder besser: die ihr Blogverhalten nicht an einer Gruppe orientieren, sondern an dem, was für sich genommen wichtig und interessant ist, unabhängig davon, wer es gepostet hat. Um es noch mal deutlicher zu machen: tatsächlich scheint es ja so zu sein, dass die Zirkel-Blogger eine sehr engstirnige Sicht haben: "was nicht in meinem Freundeskreis gebloggt wurde, ist auch nicht wichtig und somit uninteressant".
Einsame Blogger
Das Problem besteht dann darin, dass die Einzel-Blogger kaum eine Chance haben, in den Zirkeln wahrgenommen zu werden, und das führt bei manch einem Blogger zur Frustration, weil sich niemand für sein Blog zu interessieren scheint. Das liegt auch daran, dass meist die Relevanz, Reichweite und Qualität eines Blogs an der Zahl der Trackbacks und Kommentare gemessen wird, siehe Technorati-Authority-Rank und die Blogcharts. Außerdem ist der Mensch so gestrickt, dass Gemeinschaft ihm gut tut, und deshalb möchte er so gerne irgendwo dazu gehören.
Diese Qualitätskriterien sind aber in Frage zu stellen. Sie sind nicht allgemeingültig. Man muß sich selbst als Blogger fragen, warum man denn überhaupt bloggt. Für die Szene und ihre Zirkel? Für viele Kommentare? Oder für viele Leser?
Ich habe für mich entschieden, dass ich in erster Linie für mich blogge. Natürlich freue auch ich mich darüber, wenn mal auf einen Post von mir irgendwo jemand Bezug nimmt. Und hohe Leserzahlen finde ich auch toll. Aber mir ist neben einem Top-Post ein Nischen-Post genauso wichtig, auch wenn dieser kaum Beachtung seitens Leser, Kommentatoren oder Blogger findet.
Na gut. Eigentlich bin ich ja nicht so der große Fan von Blogparaden, aber hin und wieder kann auch ich mal dieser intelligenten(?) und konstruktiven(?) Form des Linkbaits folgen.
Um Blogmüdigkeit geht es also bei der Blogparade von Tim Bramberg. Die Benennung des Themas ist allerdings ein wenig irrevührend und einschränkend, aber das ist Tim beim Schreiben wohl direkt aufgefallen, weshalb er den Namen im Post dann relativiert.
In der Blogparade geht es um die Frage, warum es in (manchen) Blogs immer wieder mal kürzere und längere Pausen gibt.
Dazu kommen mir mehrere Dinge in den Sinn:
1. Wenn man von Lücken, Pausen oder Blogmüdigkeit spricht, dann setzt man damit implizit vorraus, dass jeder sich an seinen selbstgewählten oder fremdbestimmten Posting-Rhythmus ewig zu halten habe. Mich würde mal interessieren, ob dies wieder eine Besonderheit der deutschen Blogosphäre ist, oder ob das in der großen weiten Welt auch so wahrgenommen wird. (Ref: es muss alles seine (preussische) Ordnung haben)
Wer sagt denn, dass man immer in der gleichen Frequenz posten muß? Jemand anderes hat dem Blogger das nicht zu sagen; alleine er sollte bestimmen, wie oft er posten möchte. Allerdings fühlen sich die Blogger von sich aus oft mit ihrer Posting-Frequenz nicht wohl. Hier sollte jeder für sich prüfen, warum das so ist, und ob da die extrinsische oder intrinsische Motivation und Normen am Werke sind. Zu dem Thema hat Claudia in ihrem WebWriting-Magazin einen interessanten Beitrag verfasst. Vom Eigennutz beim Bloggen
2. Gründe für eine Blogging-Pause können natürlich sehr vielfältig sein. Müdigkeit oder besser der Verlust des Interesses ist sicherlich ein wichtiger Grund, aber ich glaube, dass meist fehlende Zeit und sich ändernde Prioritäten viel wichtiger sind. Es würde sich doch kein Blogger selbst über das Einschlafen seines Blogs beklagen, wenn ihm das Thema und sein Blog nicht weiterhin am Herzen liegen würden. Aber das Leben besteht nunmal nicht nur aus Blogs. Oft genug fordern Arbeit und Privatleben unsere volle Aufmerksamkeit.
3. Tim fragt danach, wie man der Blogpause vorbeugend begnen kann. Da stellt sich wegen (1) natürlich erstmal die Frage, ob man das will bzw. muss. Wenn man sich aber nun für das regelmäßge Posten entschieden hat, dann kann man natürlich vorbeugen, indem man Content vorproduziert. Allerdings ist dies nicht für alle Blogs die adequate Lösung. Denn viele Blogs sind interessant, weil sie auf das Tagesgeschehen und aktuelle Trends eingehen. Für Fach und Themenblogs ist vorproduierter Content dagegen eine sehr gute Lösung. Und nur für sie erscheint mir das Engagement eines Gastautors zur Füllung von längeren Pausen als sinnvoll.
4. Für alles gibt es die richtige Zeit. Bei mir merke ich, dass es einfach Phasen gibt, in denen ich sehr gerne blogge und andere, in denen mir die Zeit fehlt, ich aber auch mit meinen anderen Aufgaben und Beschäftigungen so zufrieden und ausgefüllt bin, dass mir die Pause auch nichts ausmacht.
Ich glaube auch, dass man sich das Bloggen ganz schön vermiesen kann, indem man sich selbst unter Druck setzt bzw. von wem auch immer unter Druck setzen läßt. Egal was wir tun, es wird immer dann am besten und bemerkenswert, wenn wir es mit Freude, positiver intrinsischer Motivation und Herzblut tun.
Schon seit Jahren gibt es einen Trend in der (deutschen) Wikipedia, der sich gegen eine wichtige Regel des Web2.0 wendet: wo man sich andernorts über user-generierte Inhalte und Zuwächse bei den Mitgliederzahlen freut, da passiert in der Wikipedia genau das Gegenteil: neue User und neue Inhalte werden von den alten Platzhirschen mit Argwohn beäugt und auf Distanz gehalten. Da wundert es nicht, dass Golem vor zwei Monaten berichtete "Die aktivsten Wikipedia-Autoren bleiben unter sich".
Die aktuelle Protestwelle, die derzeit durch die Blogosphäre und Twitter schwappt, entbrannte dieses mal an der Löschung des Vereins MOGIS aus der Wikipedia und der darauf folgenden "Überarbeitung" von verwandten Artikeln.
Siehe auch Pandur2000, Fefe und skepticashell.
Aber ich kann auch aus eigener Erfahrung sprechen: vor einigen Jahren hatte ich auch begonnen, Artikel in der Wikipedia zu erstellen, zu ergänzen und zu korrigieren. Viele Artikel sind es dann aber nicht geworden, denn auch wenn ich selbst keine großen Löschprobleme hatte: die merkwürdige Mentalität der Admins war schon damals für eine Newbie-Autor unübersehbar.
Die löschwütigen Admins der Wikipedia berufen sich auf die Relevanzkriterien der deutschen Wikipedia. Diese sind aber nicht nur sehr viel härter, als die der englisch-sprachigen Wikipedia, sondern auch noch sehr viel sinnfreier.
Ich glaube nicht, dass die Wikipedia noch einmal das Ruder herumreißen kann. Denn der Kurs der deutschen WP wird nunmal von den deutschen Admins aka Blockwarten bestimmt. Und die zeigen sich ja seit Jahren uneinsichtig und verweigern sich gegen jegliche sachliche Diskussion und konstruktive Kommunikation. Da können noch so viele User, Jung-Autoren, Blogger etc. dagegen protestieren. Das wird die Situation nicht verbessern, sondern eher verschlimmern.
Meine Prognose für die nächsten Jahre lautet: die Wikipedia bleibt ein wichtiges Nachschlagewerk, aber ihre Bedeutung wird mit und mit schwinden. Bis sie dann selbst irrelevant geworden ist und dort nur noch die 400 Hardcore-Autoren unter sich sind und ihre Grabenkämpfe austragen.
An ihre Stelle wird wahrscheinlich irgend ein neuer Dienst von Google treten. Vieleicht bekommen aber auch Yahoo! und Microsoft mal etwas auf die Reihe (was ich eher nicht glaube). Anderen, schon bestehende Projekten aus dem Bereich der OpenSource räumer ich keine großen Chancen ein, lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
Gestern erwähnte eine Kooperationspartnerin von mir, dass Bilder von Fotolia für Web-Anwendung nicht größer als 640x480 px sein dürfen. Das fand ich doch sehr verwunderlich - also hab ich nachgeschaut.
Und tatsächlich: in den Lizenzbestimmungen steht in einem unmöglichen Vertrags-möchte-gern-Deutsch, dass Bilder, unabhängig von der erworbenen Linzenz bzw. Auflösung nicht größer als 640 x 480 px dargestellt werden dürfen.
Jetzt wollte ich es genauer wissen und ich rief soeben die Fotolia-Hotline an. Die nette Dame bestätigte mir diese Klausel. Ich fragte dann noch nach, ob sich diese Klausel nur auf die vollformatige Darstellung bezieht, oder auch auf Bildausschnitte. Als Beispiel nannte ich den Fall, dass man für einen Header einen Bildausschnitt von 900 x 200 px anzeigt, natürlich noch mit Logo und Menüpunkten und ggf. weitern Effekten drauf.
Die Hotline sagte darauf, dass auch Bildauschnitte und weiter verarbeitet Ausschnitte nicht größer als 640 x 480 px sein dürften. Dies sei so, weil man einen unrechtmäßigen Download eines solchermaßen veröffentlichten Bildes verhindern wolle. Als Lösungsmöglichkeit wurde mir vorgeschlagen, dass ich das Bild in mehrere Teile splitte.
Auch wenn diese Lösung technisch möglich ist und damit den Lizenzvorschriften genüge getan wird, so ist das ja eigentlich vollkommen an der vorgeschobenen Sache vorbei und furchtbar unpraktisch. Als WebDesigner möchte ich, dass ich eine einzige Headergrafik habe und nicht zwei.
Ich bezweifle, dass irgend jemand meinen Header herunterlädt, um dann mühsam das Logo etc. heraus zu retouchieren, nur um die 2 € bei Fotolia zu sparen.
In der Konsequenz muß das für mich bedeuten, dass ich Bilder von Fotolia fortan nur noch für Drucksachen benutze. Für das Web werde ich mir einen andere Bildagentur suchen müssen...
Es kommt anscheinend immer mehr in Mode, Online-Werbung auf den einzelnen Nutzer und seine Interessen abzustimmen. Und das nicht nur bezogen auf eine einzelne Website, sondern global für alle Seiten, die der Nutzer besucht.
Google nennt diese Feature "Interessenbezogene Anzeigeneinstellung" und viele Onlinevermarkter und Adservices sind dabei, diesen Service auch bei sich zu implementieren.
Ich habe in meinem Google-AdSense Konto dieses Feature absichtlich deaktiviert, weil ich das Konzept für völlig kontraproduktiv erachte.
Immer wieder treffe ich in Artikeln, Foren- und Blogbeiträgen auf ein für mich sehr merkwürdig anmutendes Kriterium der Konkurrenzanalyse: ob ein Keyword stark umkämpft ist, wird daran festgemacht, wie viele Suchergebnisse die Suche bei Google ergibt.
Jens Scholz hat vor gut einer Woche einen Aufruf gestartet: als Reaktion auf das grottige "Don't Vote"-Remake möchte er von möglichst vielen Leuten ein kurzes Statement per Video haben, warum man wählen gehen sollte. Alle eingesendeten Videos werden dann zu einem Crowdsourced Geht Wählen Spot zusammengeschnitten.
Hier ist mein Beitrag:
Das ist dann quasi auch mein erstes WebVideo, gedreht mit meiner DigiCam. Nicht unbedingt ein Meisterwerk, aber das braucht es auch nicht zu sein. Drum: nur Mut! Jens sucht noch weitere Beiträge und hat eine Anleitung geschrieben: in 5-Minuten zum WebVideo mit YouTube.
Schon seit Monaten, ach was Jahren, wollte ich immer mal mein altes Logo überarbeiten. Nun habe ich's im Rahmen des Logiprint-Tests endlich in Angriff genommen und bin nun wirklich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Ich denke, am großen Unterschied zwischen den beiden Logos sieht man dann wohl auch meinen Know-How-Zuwachs vom Start meiner Sebständigkeit im Februar 2006 bis heute.
Altes Logo:
Neues Logo:
Beim Redesign kam es mir auf eine gute Bildsprache an, die meiner Unternehmensvision Ausdruck verleiht: klar und zielgerichtet, einfach und prägnant, aber dennoch elegant.
Ich denke, das ist mir ganz gut gelungen - was meint Ihr?